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Musiker:innen und ihre Klangwerkzeuge: Moritz Plasse

Von Instrumenten, Wartungsarbeiten und besonderen Beziehungen

Musiker:innen und ihre Instrumente - ein spannendes Beziehungsgeflecht!

Wie haben sie ihre Arbeitsgeräte ausgewählt und wie lebt es sich mit diesen "Partnern"?

Moritz Plasse hat seine Flöten im Rucksack dabei. Mit diesen Instrumenten pflegt er jahrzehntelange Beziehungen und sorgt regelmäßig dafür, dass die Querflöte, die Piccolo- und die Altflöte in bestmöglichem Zustand erhalten bleiben. Geboren in Hannover, begann seine musikalische Laufbahn als Fünfjähriger wie bei vielen mit der Blockflöte. Doch schon als Kind entdeckte er die Querflöte für sich. Entscheidend war nicht ihr glänzendes Antlitz, sondern der Klang: dieser helle, flexible Ton, der sich sowohl lyrisch als auch kraftvoll präsentieren kann. Eine Entscheidung, die den weiteren Berufsweg früh vorzeichnete …

 

Seine Ausbildung führte Moritz Plasse nach Berlin, Paris und schließlich an die heutige Universität Mozarteum in Salzburg. Hier schloss er sein Konzertfachstudium ab und ist seit 1999 Mitglied der Flötengruppe im Mozarteumorchester. 

Ich spiele meine Querflöte seit über einem Vierteljahrhundert, das ist für solch ein Instrument schon sehr lange
Moritz Plasse

Damit aus Atemluft ein tragender Ton wird, braucht es viel, viel Übung. Genaugenommen spielt man Flöten nicht nur mit den Fingern, sondern auch mit dem Atem. Die Technik muss perfekt sitzen, sonst wird jede Unsicherheit hörbar. Im Orchesteralltag wechselt Moritz Plasse – je nach Repertoire – zwischen seinen Flöten und ihren Besonderheiten: Während die Piccoloflöte mit ihrer kleinen Bauweise äußerst sensibel auf minimale Veränderungen im Ansatz reagiert, verlangt die größere Altflöte deutlich mehr Luft und eine andere Körperhaltung.

 

 

Treue Musikerseele

Zu seiner Querflöte erzählt der Musiker eine persönliche Geschichte: Während seines Studiums hat ihm ein Kollege ein Instrument mit sogenanntem H-Fuß geliehen, damit er ein Stück bei der Diplomprüfung spielen konnte, das auf der eigenen Flöte nicht möglich war. Der Klang des geborgten Instruments passte so gut zu Moritz Plasse, dass er dem Kollegen die Flöte schließlich abgekauft hat: „Ich spiele sie bis heute und bin sehr glücklich damit. Es ist eine Vollsilberflöte, die mit einer hauchdünnen Platinschicht überzogen ist, dadurch erhält der Klang viel Kraft und Stabilität.“

Manche Flötenkolleg:innen wechseln ihre Instrumente regelmäßig, Moritz Plasse aber bleibt seinen Arbeitsgeräten treu: „Ich spiele meine Querflöte seit über einem Vierteljahrhundert, das ist für solch ein Instrument schon sehr lange.“ Damit die Beziehung so glücklich bleibt, ist regelmäßige Wartung beim Instrumentenbauer seines Vertrauens in Wien nötig: Die Mechanik muss spätestens alle zwei Jahre generalüberholt werden. Dabei wird das gesamte Instrument gereinigt, neu eingestellt und die kleinen Polster unter den Klappen werden ausgetauscht.

 

Auch seine Piccoloflöte hat der Berufsmusiker schon seit dem Studium und ließ nur einmal das Kopfstück tauschen. „Und die Altflöte aus Silber hat früher meiner Kollegin Beatrice Rentsch gehört. Als sie in Pension ging, hat sie ihr Instrument dem Orchester angeboten.“ 

Mein Kollege Bernhard Krabatsch und ich hatten vor rund sechs Jahren die Idee, uns auf die Suche nach modernen Querflöten aus Holz anstelle von Metall zu machen und wurden bei Alfred Verhoef fündig.
Moritz Plasse

Eine besondere Beziehung hat Moritz Plasse zu seiner Flöte aus Holz, die er bei einem Instrumentenbauer im niederländischen Alkmaar selbst ausgesucht hat. „Mein Kollege Bernhard Krabatsch und ich hatten vor rund sechs Jahren die Idee, uns auf die Suche nach modernen Querflöten aus Holz anstelle von Metall zu machen und wurden bei Alfred Verhoef fündig.“ Damit auch die beiden daheim gebliebenen Flötenkolleginnen ihre Instrumente selbst auswählen konnten, ist der niederländische Fachmann extra mit einer Auswahl nach Salzburg gekommen. Nach tagelangem Probieren standen die Entscheidungen fest, und das Mozarteumorchester kaufte insgesamt vier Flöten an. Die Holzinstrumente harmonieren ideal und kommen regelmäßig bei Konzerten zum Einsatz.