Academy – The Art of Playing Mozart
Ein neues Ausbildungsprogramm zur historisch informierten Interpretation der Musik Wolfgang Amadé Mozarts
Unter der künstlerischen Leitung von Chefdirigent Roberto González-Monjas und des Initiators Siegwald Bütow gründet das Mozarteumorchester Salzburg die Akademie „The Art of Playing Mozart“. Das neuartige Ausbildungsprojekt widmet sich der stilistisch und interpretatorisch fundierten Auseinandersetzung mit Mozarts Musik und setzt Maßstäbe in der Verbindung von historischer Aufführungspraxis und zeitgemäßer Musizierkultur.
EIN PARADIGMENWECHSEL IM VERSTÄNDNIS VON MOZART
Seit den 1950er Jahren hat sich die Aufführungspraxis der Musik Wolfgang Amadé Mozarts grundlegend verändert. An die Stelle klassischer Schönheitsideale und romantischer Ausdrucksformen sind historisches Bewusstsein, stilistische Differenzierung und affektgeladene Rhetorik getreten. Die sogenannte Historisch Informierte Aufführungspraxis (HIP) hat das Verständnis von Mozarts Musik revolutioniert – weg vom rein „schönen Klang“, hin zu Ausdruck, Charakter und Verständlichkeit.
Diese Entwicklung stellt auch neue Anforderungen an die musikalische Ausbildung. Noch immer orientieren sich viele Studiengänge und Wettbewerbe an den Klangidealen des 19. Jahrhunderts. Die Akademie „The Art of Playing Mozart“ möchte hier neue Wege eröffnen.
DIE IDEE DER AKADEMIE
Die Akademie bietet jungen Musiker:innen die Möglichkeit, Mozarts Musik stilistisch informiert, technisch flexibel und künstlerisch lebendig zu erarbeiten. Sie verbindet theoretische Grundlagen – wie Quellenstudium, historische Spieltechniken und Ästhetik – mit praktischen Erfahrungen in Kammermusik, Orchesterarbeit und Side-by-Side-Projekten.
Im Mittelpunkt steht die unmittelbare Anwendung historischer Erkenntnisse in der künstlerischen Praxis – getragen von der Überzeugung, dass Musik zugleich menschlich, ausdrucksvoll und verständlich sein soll.
EIN AUTHENTISCHES UMFELD: DAS MOZARTEUMORCHESTER SALZBURG
Mit seiner reichen Tradition, seiner tiefen historischen Verbindung zu Mozarts Welt und seiner zentralen Rolle bei den Salzburger Festspielen und der Internationalen Mozartwoche Salzburg bietet das Mozarteumorchester Salzburg ein unvergleichliches Umfeld für die neue Akademie. Die Verbindung aus historischer Expertise und zeitgenössischer Exzellenz schafft den idealen Rahmen für eine Ausbildung, die Tradition und Innovation vereint.
ZIELGRUPPEN UND FORMATE
Das Angebot richtet sich an Musikstudierende, junge Berufsmusikerinnen und -musiker sowie an Partnerorchester, Orchesterakademien, Musikuniversitäten und Konservatorien weltweit. Geplant sind Präsenzphasen in Salzburg mit intensiven Meisterkursen, Orchesterprojekten und öffentlichen Konzerten, ebenso wie internationale Austauschprogramme mit Workshops und Kooperationsprojekten bei Partnerinstitutionen.
AUFTAKT IM RAHMEN DES MOZART REQUIEMS
Zum Auftakt dieser Akademie begrüßte das Mozarteumorchester im Dezember 2025 die beiden Musiker:innen Chen-Jui Lee (1. Violine) und Zhao Tian (2. Violine) des Singapore Symphony Orchestra, die sowohl die Probenphase, als auch das Requieum an Mozarts Todestag, dem 5. Dezember, mitspielten. Während Ihres Aufenthaltes entdeckten sie gemeinsam mit uns Mozart in Salzburg.
Im April 2026 erfolgte ein Gegenbesuch in Singapur, wo zwei Musiker:innen des Mozarteumorchester Salzburg als Konzertmeister und Stimmführer der 2. Violinen an einem Projekt mit klassischem Repertoire unter der Leitung des japanischen Originalklangspezialisten Masaaki Suzuki mitwirken. Und bei Mozarts „Zauberflöte“ im Rahmen der Mozartwoche unter der Leitung von Roberto González-Monjas durfen in Kooperation mit der Stiftung Mozarteum zwei junge Streicher der Iberacademy bei Proben und Vorstellungen im Mozarteumorchester mitwirken, um von dessen Mozart-Erfahrung zu profitieren.
Die Akademie versteht sich als Plattform für eine neue Generation von Musiker:innen, die technische Exzellenz mit stilistischem Bewusstsein und künstlerischer Ausdruckskraft verbinden möchten.