Wie bist du zum Mozarteumorchester gekommen?
Ich hatte gerade meinen Abschluss an der Hochschule für Musik in München, Konzertfach Oboe absolviert und wurde für ein Projekt für Neue Musik in Innsbruck angefragt. Dort traf ich Josef Steinböck, den ich noch vom Gustav Mahler Jugendorchester her kannte. Er berichtete mir, dass im Mozarteumorchester Salzburg eine Stelle an der 2. Oboe frei wäre und ich doch vorspielen sollte. Er hat mir das ganze sehr schnell schmackhaft gemacht und ich habe mich beworben und das Probespiel gewonnen….
Ein Jahr später wurde die Solooboe frei, ich habe mich wieder dafür beworben, mich intensiv dafür vorbereitet und ohne Erwartungshaltung am Probespiel teilgenommen und ins Schwarze getroffen. Ein absoluter Glücksfall, Mitglied dieses wunderbaren Orchesters zu sein!
Ein absoluter Glücksfall, Mitglied dieses wunderbaren Orchesters zu sein!Isabella Unterer
Was hat sich in der Ausbildung in den letzten Jahren in Österreich verändert?
Da ich mein Studium in Deutschland absolviert habe, kann ich zu dieser Frage nur so viel beantworten, als dass sich sehr viel in der musikalischen Grundausbildung verändert hat. Zum Beispiel wird das Fach Oboe mittlerweile in ganz Österreich in fast allen Musikschulen unterrichtet. Zu meiner Zeit war es nicht üblich, im Kindesalter damit zu beginnen, weil es keine Lehrkräfte und Möglichkeiten für einen guten Unterricht gab. Ich habe erst mit siebzehn am Innsbrucker Konservatorium mit dem Oboenspiel begonnen.
Österreich ist ein Eldorado für Künstler jedwedem Schaffensbereich.Isabella Unterer
Wenn du ins europäische Ausland blickst – was macht die „Kulturnation Österreich“ so einzigartig?
Einzigartig in Österreich ist die flächendeckende Orchesterkultur. Jedes Bundesland hat ein Orchester und auch Theater, verglichen mit der Einwohnerzahl ist das eine ungewöhnlich hohe Dichte. Besonders auch die Blasmusikkultur, eine absolute Talenteschmiede (vielleicht nicht unbedingt für Oboe).
Wien war und ist sicher eines der musikalischen Zentren Europas. Und es gibt in Österreich eine starke öffentliche Förderung für Kunst und Kultur.
Einzigartig auch die Vielzahl an hochkarätigen Festspielen. Kurzum ein Eldorado für Künstler jedwedem Schaffensbereich.
Hast du eine musikalische Heimat? Fühlst du dich bei Mozart „zu Hause“?
Ja, ich betrachte Mozart absolut als meine musikalische Heimat, faszinierend, dass seine Musik IMMER wieder neu ist, sich nie verbraucht und eine schier unendliche Quelle der Inspiration bedeutet. Ein Faszinosum.
Gleich daneben würde ich Bach positionieren, nur leider ist die Möglichkeit in Salzburg und an der modernen französischen Oboe Bach zu spielen sehr begrenzt (außer im häuslichen Übezimmer…). Bach ist so etwas wie das tägliche Brot für jeden Instrumentalisten...