Welches ist das schönste Kompliment für einen Musiker oder eine Musikerin?
Für mich ist das schönste Kompliment, wenn jemand sagt, dass es keinen Moment gab, in dem man aufgehört hat wirklich zuzuhören.
In der Musik geht es ja darum, eine Geschichte zu erzählen. Als Musiker versucht man, diese Spannung vom ersten bis zum letzten Moment zu halten. Wenn das gelingt und beim Publikum wirklich ankommt, gibt es ehrlich gesagt kaum etwas Schöneres. Dann fühlt man, dass die Geschichte die man erzählt, nicht nur gehört, sondern auch erlebt wurde.
Für mich macht Musik das Leben einfach schöner.Andreas Siles Mellinger
Erinnerst du dich an einen Moment, der deine Liebe zur Musik entfacht hat?
Einen ganz konkreten Moment gibt es bei mir eigentlich nicht. Musik war einfach immer da. Ich habe das Gefühl, dass sie mich schon mein ganzes Leben begleitet.
Zu Hause lief immer viel Musik. Meine Eltern sind zwar keine Musiker, aber besonders mein Vater hat sehr viel klassische Musik gehört. Gleichzeitig war Musik für mich nie nur auf Klassik beschränkt, ich liebe Musik generell!
Für mich macht Musik das Leben einfach schöner. Sie kann Menschen verbinden, Emotionen ausdrücken und Momente schaffen, die man nie vergisst.
Was hilft dir gegen Lampenfieber?
Eigentlich bin ich sehr gerne auf der Bühne. Sobald ich dort stehe, weiß ich: Jetzt geht es darum zu liefern, und ich genieße das auch.
Kurz davor ist es mir aber wichtig, ganz bei mir zu sein. Ich versuche meinen Körper bewusst wahrzunehmen, meinen Atem zu spüren und zu fühlen, wie ich mich gerade befinde. Von diesem Punkt aus kann ich dann in die Musik gehen und anfangen zu gestalten.
Die Nervosität sehe ich mittlerweile eher positiv. Das Herz schlägt schneller, weil der Körper bereit ist, sein Bestes zu geben. Man kann das auch als eine Art Energie sehen. Vielleicht ist es weniger Nervosität als vielmehr Aufregung.
Am Ende sind wir Musiker auch ein bisschen wie Sportler: Wir trainieren viel und auf der Bühne ist der Moment, in dem wir unsere Leistung abrufen dürfen.
In Bolivien ist alles ein bisschen lauter, spontaner und lebendiger.Andreas Siles Mellinger
Wie unterscheidet sich dein Leben in deiner Heimat von deinem Leben hier in Salzburg?
Der Unterschied ist eigentlich ziemlich groß. Vor allem die Menschen und die Art zu leben sind sehr unterschiedlich. Ich genieße aber beide Welten sehr.
In Bolivien ist alles ein bisschen lauter, spontaner und lebendiger. Das Leben spielt sich viel mehr draußen ab, mit vielen Begegnungen und viel Bewegung. Es ist auch chaotischer, vieles funktioniert nicht immer so, wie man es vielleicht erwarten würde.
Hier in Salzburg ist es dagegen ruhiger und strukturierter. Vieles funktioniert einfach, und das gibt auch eine gewisse Ruhe im Alltag. Dadurch lässt es sich hier sehr gut leben. Außerdem habe ich hier wunderbare Freundschaften aufgebaut und genieße das Land und die Stadt sehr. Es ist wirklich etwas Besonderes, hier zu sein.
Ich habe das Gefühl, dass ich heute aus beiden Welten etwas in mir trage: die Wärme, Energie und Offenheit meiner Heimat, und die musikalische Tiefe und Tradition, die ich hier in Salzburg jeden Tag erlebe.