STECKBRIEF
Michael Mitterlehner-Romm- aus Oberösterreich / Österreich
- koordinierter Solo-Pauker / Schlagzeug
- seit 1998 im Orchester
Michael Mitterlehner-Romm mag alles, was mit Geschwindigkeit zu tun hat. Neben schnellen Noten gehören vor allem Motorradfahren, Snowboarden und Kitesurfen zu seinen Leidenschaften.
Wie kam das Interesse zum Kitesurfen?
Mit neun Jahren habe ich mit dem Windsurfen begonnen. Später kamen Lenkdrachen dazu, und um 2000 wollte ich was Neues ausprobieren - so entdeckte ich das Kitesurfen. Diese Extremsportart verlangt hohes Tempo, viel Wind und eine gute Einschätzung von Wetter und Umgebung. Kleine Fehler können große Auswirkungen haben.
Mich fasziniert, wie Wasser Klänge verändert.Michael Mitterlehner-Romm
Wo kitest du am liebsten?
Am Fuschlsee, wo ich auch wohne. Meine Liebe zum Wasser geht so weit, dass ich fast direkt am Wasser lebe. Am See bin ich der Einzige, der kitet. Starten und Befahren sind dort schwierig – das ist nichts für Anfänger.
Was haben Kiten und Schlagzeugspielen gemeinsam?
Bei beidem muss man den Überblick behalten und schnell reagieren: Im Orchester auf Dirigent, Kollegen:innen und musikalische Veränderungen. Beim Kiten auf Wind, Wellen und Böen. Auch die Koordination ist entscheidend: Beim Schlagzeugspielen müssen Hände, Füße und Körper unabhängig voneinander funktionieren. Beim Kiten koordiniert man Kite, Board und Umgebung gleichzeitig. Beides sieht oft unscheinbar aus, erfordert aber höchste Konzentration und viel Kontrolle.
Eines meiner Lieblingsstücke spielt sich im Aquarium ab.Michael Mitterlehner-Romm
Was bringt dir dieser Ausgleich?
Das Gefühl von Freiheit und das unmittelbare Spüren von Wasser, Wind und Natur - direkt und mit voller Konzentration. Da bleibt keine Zeit für andere Gedanken, und der Kopf wird schnell frei.
Mich interessiert auch, wie Dinge und Entstehungsprozesse funktionieren und welche Parameter man verändern kann. Deshalb baue ich Kiteboards, SUP und Cajons (Kistentrommeln) gerne selbst.
Was war dein höchster Sprung?
Gefühlt 20 m, realistisch wahrscheinlich 5 m.
Welche Funktion hat Wasser in der Musik für dich?
Mich fasziniert, wie Wasser Klänge verändert. In der Neuen Musik arbeite ich viel mit Glas und Wasser, Unterwassermikrofonen und Metallinstrumenten wie Gongs und Crotales, die in Wasser getaucht werden. Auch das Waterphone (ein wassergefülltes Aluminiumgefäß, das mit einem Kontrabassbogen gestrichen wird) kommt öfters zum Einsatz.
Eines meiner Lieblingsstücke spielt sich im Aquarium ab (Erin Gee: Mouthpiece XXIV).
Auch Natur-Paukenfelle lassen sich durch Wasser beeinflussen. Beim Gerben, beim Wickeln auf den Fellreifen und beim Aufbringen auf die Pauke wird jeweils viel Wasser benötigt. Je nachdem, was man dem Wasser beigibt und wie lange die Einweich-/Trockenzeit ist, verändert das den Charakter des Fells und somit die Klangqualität der Pauke. Viele der ca. 20 Pauken unseres Orchesters haben von mir individuell gewickelte und bespannte Felle.
In unseren Pauken steckt also nicht nur Musik, sondern auch viel Liebe zum Handwerk, Wasser und ziemlich viel Michi.