
| angelika kirchschlager ivor bolton ludwig van beethoven hector berlioz ludwig van beethoven |
mezzosopran dirigent ouvertüre zu „die geschöpfe des prometheus“ op. 43 les nuits d’été op. 7 symphonie nr. 7 a-dur op. 92 |
Der mythische Titan Prometheus, der den Menschen das Feuer und damit die Kultur brachte, leitet in Beethovens dramatischem Furor ein mitreißendes Programm ein, welches mit der „Apotheose des Tanzes“ endet, wie einst Richard Wagner die 7. Symphonie nannte. Bei Hector Berlioz hat das Stück ähnliche Assoziationen bewirkt. Der französische Komponist hörte im ersten Satz einen „Bauerntanz“ heraus.
Beethovens „Siebente“ ist natürlich mehr als ein Tanzpoem. Sie ist ein harmonisches Meisterstück, aber jedenfalls eines der rasantesten Stücke der Klassik. Ivor Bolton facht das Feuer an.
Dazwischen ist Raum für poesievolle Meditation. Angelika Kirchschlager, der Weltstar aus Salzburg, singt von den duftenden südlichen Sommernächten, im Zyklus der Orchesterlieder, die Berlioz mit klanglicher Sensibilität auf die lyrischen Texte Théophile Gautiers geschrieben hat. Ein Konzert im Herbst, welches von der Hitze des Sommers träumen lässt.
Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus
| marc minkowski gabriel fauré albert roussel anton bruckner |
dirigent pavane für orchester fis-moll op. 50 symphonie nr. 3 g-moll op. 42 symphonie nr. 4 es-dur „romantische“ |
Marc Minkowski spricht im ersten Teil dieses Konzerts sozusagen seine Muttersprache, das Französische. Dabei sind starke Stücke zu entdecken, die man hierzulande selten hört. Faurés feinsinniger Orchesterzauber in Form des alten Schreittanzes Pavane führt zu einem anderen genialen Außenseiter der Musikgeschichte, zu Roussel, der in seiner 3. Symphonie die klassische Form mit neuer Vitalität erfüllt hat. Er selbst hielt seine 1930 für Boston Symphony geschriebene „Dritte“ für sein bestes Werk.
Nach der Pause wird es spannend sein, wie Minkowski Bruckner zur Klangrede bringt. Die „Romantische“ ist die einzige Symphonie des Komponisten, zu welcher ein Programm überliefert ist. Die Jagdsignale und die Volkstänze aus Oberösterreich sind nicht zu überhören, was sicher zur besonderen Popularität dieses Werks beigetragen hat. Doch es wäre nicht Musik von Bruckner, käme dazu nicht eine absolute, eine gleichsam metaphysische Ebene.
Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus
| frank peter zimmermann michael schønwandt ludwig van beethoven antonín dvorák |
violine dirigent konzert für violine und orchester d-dur op. 61 symphonie nr. 9 e-moll op. 95 „aus der neuen welt“ |
Das klassische Violinkonzert schlechthin mit Stargeiger Frank Peter Zimmermann steht vor der Pause auf dem Programm. Kaum zu glauben, dass Beethovens Meisterwerk für diese Besetzung von Kritikern anno 1806 als „unzusammenhängend“ bezeichnet und die „vielen ermüdenden Wiederholungen“ bemängelt wurden.
Die Musik, die heute alle lieben, war auch einmal Neue Musik. Der dänische Maestro Michael Schønwandt, Gast bei allen großen Orchestern der Welt, führt uns nachher in Antonín Dvoˇráks Amerika. In dieser „Neuen Welt“ findet sich die Schönheit der weiten Landschaft des Sommerquartiers im tschechischen Auswandererdorf Spillville in Iowa ebenso wie die der Technik, die den Eisenbahnfan Dvorák faszinierte. Viele Stunden verbrachte er auf den New Yorker Bahnhöfen. Doch alle afroamerikanischen und indianischen Melodien, die er liebevoll in seine Musiksprache verwandelte, klingen in wundersamer Weise ganz vertraut böhmisch.
Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus
| sylvia schwartz bernarda fink michael schade florian boesch salzburger bachchor ivor bolton felix mendelssohn bartholdy |
sopran mezzosopran tenor bariton dirigent elias op. 70 oratorium nach worten des alten testaments |
Erstmals in der Musikgeschichte brachte ein Sonderzug 300 Menschen von London nach Birmingham, um dort 1846 der Uraufführung von Mendelssohns Oratorium beizuwohnen. Es war ein Triumph für den dirigierenden Komponisten, der sogar vom britischen Königshof als „Elias der neuen Kunst“ gefeiert wurde. Der Elias des Oratoriums ist kein abgeklärter Heiliger, sondern ein charismatischer Volkstribun, wie der Komponist in einem Brief an den Textdichter Julius Schubring 1838 schrieb. Elias ist „stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zur ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie von Engelsflügeln“. Der verheißene Messias steht für „den Geist der Weisheit und des Verstandes“ und „sein Licht wird hervorbrechen wie die Morgenröte“. Unter Ivor Boltons Leitung versammelt sich für diese Aufführung am Podium des Großen Festspielhauses ein Festspiel-Ensemble.
Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus