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Die vier Sonntagsmatineen
des Mozarteumorchester Salzburg

Sonntagsmatinee 1 :: Sonntag, 02.10.2011

angelika kirchschlager
ivor bolton

ludwig van beethoven

hector berlioz
ludwig van beethoven
mezzosopran
dirigent

ouvertüre zu „die geschöpfe
des prometheus“ op. 43
les nuits d’été op. 7
symphonie nr. 7 a-dur op. 92

Der mythische Titan Prometheus, der den Menschen das Feuer und damit die Kultur brachte, leitet in Beethovens dramatischem Furor ein mitreißendes Programm ein, welches mit der „Apotheose des Tanzes“ endet, wie einst Richard Wagner die 7. Symphonie nannte. Bei Hector Berlioz hat das Stück ähnliche Assoziationen bewirkt. Der französische Komponist hörte im ersten Satz einen „Bauerntanz“ heraus.
Beethovens „Siebente“ ist natürlich mehr als ein Tanzpoem. Sie ist ein harmonisches Meisterstück, aber jedenfalls eines der rasantesten Stücke der Klassik. Ivor Bolton facht das Feuer an.
Dazwischen ist Raum für poesievolle Meditation. Angelika Kirchschlager, der Weltstar aus Salzburg, singt von den duftenden südlichen Sommernächten, im Zyklus der Orchesterlieder, die Berlioz mit klanglicher Sensibilität auf die lyrischen Texte Théophile Gautiers geschrieben hat. Ein Konzert im Herbst, welches von der Hitze des Sommers träumen lässt.

Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus

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Sonntagsmatinee 2 :: Sonntag, 30.10.2011

marc minkowski

gabriel fauré

albert roussel

anton bruckner
dirigent

pavane für orchester
fis-moll op. 50
symphonie nr. 3
g-moll op. 42
symphonie nr. 4 es-dur
„romantische“

Marc Minkowski spricht im ersten Teil dieses Konzerts sozusagen seine Muttersprache, das Französische. Dabei sind starke Stücke zu entdecken, die man hierzulande selten hört. Faurés feinsinniger Orchesterzauber in Form des alten Schreittanzes Pavane führt zu einem anderen genialen Außenseiter der Musikgeschichte, zu Roussel, der in seiner 3. Symphonie die klassische Form mit neuer Vitalität erfüllt hat. Er selbst hielt seine 1930 für Boston Symphony geschriebene „Dritte“ für sein bestes Werk.
Nach der Pause wird es spannend sein, wie Minkowski Bruckner zur Klangrede bringt. Die „Romantische“ ist die einzige Symphonie des Komponisten, zu welcher ein Programm überliefert ist. Die Jagdsignale und die Volkstänze aus Oberösterreich sind nicht zu überhören, was sicher zur besonderen Popularität dieses Werks beigetragen hat. Doch es wäre nicht Musik von Bruckner, käme dazu nicht eine absolute, eine gleichsam metaphysische Ebene.

Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus

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Sonntagsmatinee 3 :: Sonntag, 15.01.2012

frank peter zimmermann
michael schønwandt

ludwig van beethoven

antonín dvorák
violine
dirigent

konzert für violine und
orchester d-dur op. 61
symphonie nr. 9
e-moll op. 95
„aus der neuen welt“

Das klassische Violinkonzert schlechthin mit Stargeiger Frank Peter Zimmermann steht vor der Pause auf dem Programm. Kaum zu glauben, dass Beethovens Meisterwerk für diese Besetzung von Kritikern anno 1806 als „unzusammenhängend“ bezeichnet und die „vielen ermüdenden Wieder­holungen“ bemängelt wurden.
Die Musik, die heute alle lieben, war auch einmal Neue Musik. Der dänische Maestro Michael Schønwandt, Gast bei allen großen Orchestern der Welt, führt uns nachher in Antonín Dvoˇráks Amerika. In dieser „Neuen Welt“ findet sich die Schönheit der weiten Landschaft des Sommerquartiers im tschechischen Auswandererdorf Spillville in Iowa ebenso wie die der Technik, die den Eisenbahnfan Dvorák faszinierte. Viele Stunden verbrachte er auf den New Yorker Bahnhöfen. Doch alle afroamerikanischen und indianischen Melodien, die er liebevoll in seine Musiksprache verwandelte, klingen in wundersamer Weise ganz vertraut böhmisch.

Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus

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Sonntagsmatinee 4 :: Sonntag, 04.03.2012

sylvia schwartz
bernarda fink
michael schade
florian boesch
salzburger bachchor
ivor bolton

felix mendelssohn bartholdy
sopran
mezzosopran
tenor
bariton

dirigent

elias op. 70
oratorium nach worten
des alten testaments

Erstmals in der Musikgeschichte brachte ein Sonderzug 300 Menschen von London nach Birmingham, um dort 1846 der Uraufführung von Mendelssohns Oratorium beizuwohnen. Es war ein Triumph für den dirigierenden Komponisten, der sogar vom britischen Königshof als „Elias der neuen Kunst“ gefeiert wurde. Der Elias des Oratoriums ist kein abgeklärter Heiliger, sondern ein charismatischer Volkstribun, wie der Komponist in einem Brief an den Textdichter Julius Schubring 1838 schrieb. Elias ist „stark, eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zur ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen wie von Engelsflügeln“. Der verheißene Messias steht für „den Geist der Weisheit und des Verstandes“ und „sein Licht wird hervorbrechen wie die Morgenröte“. Unter Ivor Boltons Leitung versammelt sich für diese Aufführung am Podium des Großen Festspielhauses ein Festspiel-Ensemble.

Sonntag um 11.00 Uhr :: Großes Festspielhaus

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