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Die sechs Donnertagskonzerte des
Mozarteumorchester Salzburg

DONNERSTAGSKONZERT 1 :: Donnerstag, 13.10.2011

elena bashkirova
ivor bolton

benjamin britten

ludwig van beethoven

franz schubert
klavier
dirigent

sinfonietta op. 1
für kammerorchester
klavierkonzert nr. 4
g-dur op. 58
symphonie nr. 7 h-moll d 759 „unvollendete“

Benjamin Brittens op. 1 ist nicht sein erstes, sondern sein erstes mit einer Opuszahl versehenes Werk. Die sprühende Sinfonietta des 19-jährigen nimmt Formen der Wiener Klassik und der Schönberg-Schule in vitaler und spielerischer Weise auf.
Beethovens viertes und im Gegensatz zu den Konzerten davor und danach viel stärker von poesievollen Einfällen geprägtes Klavierkonzert wird von Elena Bashkirova interpretiert, der Meisterpianistin aus Russland.
Die lyrische Grundstimmung des Konzerts findet in der h-moll-Symphonie Schuberts ihre eigentümliche Fortsetzung. Zu den großen Geheimnissen der Musikgeschichte gehört diese so genannte „Unvollendete Symphonie“. Nicht, was deren Entstehung und späte Entdeckung betrifft. Sondern als Werk an sich. Die ganze Welt der Romantik erscheint in diesen beiden Sätzen, tiefe Trauer führt zur Katharsis und das „Unvollendete“ zählt zum am meisten Vollendeten, was jemals geschrieben worden ist.

Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal

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DONNERSTAGSKONZERT 2 :: Donnerstag, 17.11.2011

isabelle faust
ivor bolton

robert schumann

thomas larcher

franz schubert

franz schubert
violine
dirigent

fantasie für violine
und orchester op. 131
konzert für violine
und orchester
ouvertüre
zu „rosamunde“ d 644
symphonie nr. 6
c-dur d 589

Robert Schumann war einer der wesentlichen Entdecker der Musik Franz Schuberts. Thomas Larcher, auch ein großer Schubert-Pianist, schöpft aus Vertrautem und sagt: „Wenn man unbedingt etwas Neues finden muss, ist das die beste Garantie, dass man gerade nichts Neues findet.“ Isabelle Faust hat Larchers Violinkonzert 2009 in Wien erfolgreich uraufgeführt, nun erklingt das von Rhythmen bestimmte Stück erstmals in Salzburg. Schuberts populäre „Rosamunden-Ouvertüre“ ist eine wundersame orchestrale „Zauberharfe“, denn zu dieser heute vergessenen Oper gehörte sie ursprünglich. Die so genannte „kleine“ C-Dur-Symphonie zeigt einen vornehmlich heiteren Schubert, der voller Witz, Energie und Melodienseligkeit auf den Spuren Gioachino Rossinis wandelt. Doch aus der geistreichen und kreativen Anverwandlung des um 1820 in ganz Europa und ganz besonders in Wien grassierenden „Rossini-Fiebers“ entsteht in jedem Takt aufregend Neues.

Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal

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DONNERSTAGSKONZERT 3 :: Donnerstag, 15.12.2011

karen gomyo
christian poltéra
heinrich schiff

franz schubert
gustav mahler

johannes brahms
violine
violoncello
dirigent

symphonie nr. 1 d-dur d 82
adagio
aus der symphonie nr. 10
konzert für violine, violoncello und orchester a-moll op. 102

Mitunter fällt ein Genie wirklich vom Himmel. Trotz aller Anlehnung an die geliebten Vorbilder Haydn und Mozart ist Schuberts 1. Symphonie bereits unverwechselbar ein Stück von ihm. Auf das nur in privaten Kreisen wahrgenommene symphonische Debüt eines 17-jährigen Konviktsschülers folgt der ergreifende symphonische Abschied eines gefeierten Pultstars, der um Anerkennung als Komponist freilich ebenso zu ringen hatte: Gustav Mahler. Nur mehr den ersten Satz seiner „Zehnten“ konnte er im Sommer 1910 fertigstellen.
Das „Doppelkonzert“ des Schubert-Heraus­gebers Brahms bietet dem nach längerer Zeit ans Pult des Mozarteumorchesters zurückkehrenden Heinrich Schiff Gelegenheit, mit einem prominenten Cellokollegen und einer gefeierten jungen kanadischen Geigerin große Kammermusik für zwei Soli und Orchester zu machen. Brahms schrieb das Stück als Geste der Versöhnung für seinen Freund Joseph Joachim. Ein Dokument der innigen Freude am freundschaftlichen Zusammenspiel.

Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal

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DONNERSTAGSKONZERT 4 :: Donnerstag, 22.03.2012

lenneke ruiten
leo hussain

franz schubert

franz schubert/
detlev glanert
gustav mahler

benjamin britten
sopran
dirigent

ouvertüre zu „alfonso
und estrella“ d 732
einsamkeit d 620
für singstimme und orchester
„ich bin der welt
abhanden gekommen“
aus den rückert-liedern
variations on a theme of
frank bridge op. 10

„Das zyklische Element von Schuberts ‚Einsamkeit’, diese groß angelegte Zusammenschau so unterschiedlicher Lebensabschnitte“, so der deutsche Komponist Detlev Glanert, dessen Orchesterfassung des Liedes erstmals in Salzburg gespielt wird, „fand ich gerade in Bezug auf Mahler passend, dessen künstlerisches Schaffen ja auch immer auf das Allumfassende hin ausgerichtet war.“ Kühnheit und Emotionalität sind die Parameter, die alle Komponisten dieses Konzerts vereinen, welches mit Leo Hussain einer der hochbegabten Dirigenten der jungen Generation leitet. Die tiefe Melancholie der einsamen, „der Welt abhanden gekommenen“ Wanderer zwischen den Welten, die Sehnsucht nach Liebe und Tod, zeitlos Klang geworden in den Liedern Schuberts und Mahlers, ist umgeben von einer bezaubernd romantischen Opern-Ouvertüre und von der kunstvollen Huldigung des jungen Britten an seinen Lehrer Frank Bridge. Die „Variations“ wurden im August 1937 in Salzburg uraufgeführt.

Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal

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DONNERSTAGSKONZERT 5 :: Donnerstag, 26.04.2012

andrew tortise
thomas larcher
ivor bolton

benjamin britten
ludwig van beethoven

franz schubert

tenor
klavier
dirigent

les illuminations op. 18
klavierkonzert nr. 3
c-moll op. 37
symphonie nr. 4 c-moll d 417 „tragische“

„Les Illuminations“, das sind musikalische Bilder von höchster Expressivität. Der große Brite Britten vertonte 1939 französische Verse, solche des Arthur Rimbaud, gerichtet an Paul Verlaine. Neben persönlicher Betroffenheit spiegelt sich in dem Stück auch der Abgrund am Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Im Jahr 1800 schuf Beethoven mit seinem 3. Klavierkonzert ein Werk, welches gleichsam ein neues Jahrhundert des Instrumentalkonzerts einläutete. Mit Thomas Larcher sitzt eine der eigenwilligsten Künstler-Persönlichkeiten unserer Zeit dabei am Flügel.
Ivor Bolton bleibt auch nach der Pause in der „tragischen“ Tonart c-moll. Schubert hat seine 4. Symphonie, entstanden 1816, selbst als „Tragische“ bezeichnet. Doch „selige Augenblicke erheitern das düstere Leben …“ trug Schubert in dieser Zeit in sein Tage­buch ein. Er behandelte c-moll nicht schicksalsschwanger wie Beethoven, sondern eher zwischen Ernst und Heiterkeit schwankend wie Joseph Haydn.

Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal

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DONNERSTAGSKONZERT 6 :: Donnerstag, 14.06.2012

antoine tamestit
david afkham

anton webern

paul hindemith
franz schubert
viola
dirigent

fünf stücke für orchester
op. 10
der schwanendreher (1935/36)
symphonie nr. 3 d-dur d 200

Für Pierre Boulez sind es „mit die fehlerlosesten Musikstücke, die jemals geschrieben worden sind“. Hinter Anton Weberns Miniaturenkunst in seinem revolutionären op. 10 steckt allerdings tiefe Emotion, wie in einen Brennspiegel gefasst. Ganz anders, weit atmend und klassizistisch bestimmt, ist Paul Hindemiths neue Klangwelt aus den 30er-Jahren. Mit dem „Schwanendreher“ nach altdeutschen Volksweisen ist ihm eines der großen Bratschenkonzerte der Moderne gelungen – und ein Bekenntnis zur Menschlichkeit in dunkler Zeit. Antoine Tamestit, einer der führenden Bratscher der Gegenwart, musiziert an diesem Abend mit dem einer deutsch-iranischen Musikerfamilie entstammenden David Afkham, der im August 2010 erster Preisträger des „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“ wurde. Franz Schuberts „Dritte“ vereint, anachronistisch gesprochen, die Gegensätze dieses Programms in ihrer Mischung aus Ländler-Tonfall und konzentrierter, knapper Aussage.

Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal

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