
| elena bashkirova ivor bolton benjamin britten ludwig van beethoven franz schubert |
klavier dirigent sinfonietta op. 1 für kammerorchester klavierkonzert nr. 4 g-dur op. 58 symphonie nr. 7 h-moll d 759 „unvollendete“ |
Benjamin Brittens op. 1 ist nicht sein erstes, sondern sein erstes mit einer Opuszahl versehenes Werk. Die sprühende Sinfonietta des 19-jährigen nimmt Formen der Wiener Klassik und der Schönberg-Schule in vitaler und spielerischer Weise auf.
Beethovens viertes und im Gegensatz zu den Konzerten davor und danach viel stärker von poesievollen Einfällen geprägtes Klavierkonzert wird von Elena Bashkirova interpretiert, der Meisterpianistin aus Russland.
Die lyrische Grundstimmung des Konzerts findet in der h-moll-Symphonie Schuberts ihre eigentümliche Fortsetzung. Zu den großen Geheimnissen der Musikgeschichte gehört diese so genannte „Unvollendete Symphonie“. Nicht, was deren Entstehung und späte Entdeckung betrifft. Sondern als Werk an sich. Die ganze Welt der Romantik erscheint in diesen beiden Sätzen, tiefe Trauer führt zur Katharsis und das „Unvollendete“ zählt zum am meisten Vollendeten, was jemals geschrieben worden ist.
Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal
| isabelle faust ivor bolton robert schumann thomas larcher franz schubert franz schubert |
violine dirigent fantasie für violine und orchester op. 131 konzert für violine und orchester ouvertüre zu „rosamunde“ d 644 symphonie nr. 6 c-dur d 589 |
Robert Schumann war einer der wesentlichen Entdecker der Musik Franz Schuberts. Thomas Larcher, auch ein großer Schubert-Pianist, schöpft aus Vertrautem und sagt: „Wenn man unbedingt etwas Neues finden muss, ist das die beste Garantie, dass man gerade nichts Neues findet.“ Isabelle Faust hat Larchers Violinkonzert 2009 in Wien erfolgreich uraufgeführt, nun erklingt das von Rhythmen bestimmte Stück erstmals in Salzburg. Schuberts populäre „Rosamunden-Ouvertüre“ ist eine wundersame orchestrale „Zauberharfe“, denn zu dieser heute vergessenen Oper gehörte sie ursprünglich. Die so genannte „kleine“ C-Dur-Symphonie zeigt einen vornehmlich heiteren Schubert, der voller Witz, Energie und Melodienseligkeit auf den Spuren Gioachino Rossinis wandelt. Doch aus der geistreichen und kreativen Anverwandlung des um 1820 in ganz Europa und ganz besonders in Wien grassierenden „Rossini-Fiebers“ entsteht in jedem Takt aufregend Neues.
Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal
| karen gomyo christian poltéra heinrich schiff franz schubert gustav mahler johannes brahms |
violine violoncello dirigent symphonie nr. 1 d-dur d 82 adagio aus der symphonie nr. 10 konzert für violine, violoncello und orchester a-moll op. 102 |
Mitunter fällt ein Genie wirklich vom Himmel. Trotz aller Anlehnung an die geliebten Vorbilder Haydn und Mozart ist Schuberts 1. Symphonie bereits unverwechselbar ein Stück von ihm. Auf das nur in privaten Kreisen wahrgenommene symphonische Debüt eines 17-jährigen Konviktsschülers folgt der ergreifende symphonische Abschied eines gefeierten Pultstars, der um Anerkennung als Komponist freilich ebenso zu ringen hatte: Gustav Mahler. Nur mehr den ersten Satz seiner „Zehnten“ konnte er im Sommer 1910 fertigstellen.
Das „Doppelkonzert“ des Schubert-Herausgebers Brahms bietet dem nach längerer Zeit ans Pult des Mozarteumorchesters zurückkehrenden Heinrich Schiff Gelegenheit, mit einem prominenten Cellokollegen und einer gefeierten jungen kanadischen Geigerin große Kammermusik für zwei Soli und Orchester zu machen. Brahms schrieb das Stück als Geste der Versöhnung für seinen Freund Joseph Joachim. Ein Dokument der innigen Freude am freundschaftlichen Zusammenspiel.
Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal
| lenneke ruiten leo hussain franz schubert franz schubert/ detlev glanert gustav mahler benjamin britten |
sopran dirigent ouvertüre zu „alfonso und estrella“ d 732 einsamkeit d 620 für singstimme und orchester „ich bin der welt abhanden gekommen“ aus den rückert-liedern variations on a theme of frank bridge op. 10 |
„Das zyklische Element von Schuberts ‚Einsamkeit’, diese groß angelegte Zusammenschau so unterschiedlicher Lebensabschnitte“, so der deutsche Komponist Detlev Glanert, dessen Orchesterfassung des Liedes erstmals in Salzburg gespielt wird, „fand ich gerade in Bezug auf Mahler passend, dessen künstlerisches Schaffen ja auch immer auf das Allumfassende hin ausgerichtet war.“ Kühnheit und Emotionalität sind die Parameter, die alle Komponisten dieses Konzerts vereinen, welches mit Leo Hussain einer der hochbegabten Dirigenten der jungen Generation leitet. Die tiefe Melancholie der einsamen, „der Welt abhanden gekommenen“ Wanderer zwischen den Welten, die Sehnsucht nach Liebe und Tod, zeitlos Klang geworden in den Liedern Schuberts und Mahlers, ist umgeben von einer bezaubernd romantischen Opern-Ouvertüre und von der kunstvollen Huldigung des jungen Britten an seinen Lehrer Frank Bridge. Die „Variations“ wurden im August 1937 in Salzburg uraufgeführt.
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andrew tortise |
tenor klavier dirigent les illuminations op. 18 klavierkonzert nr. 3 c-moll op. 37 symphonie nr. 4 c-moll d 417 „tragische“ |
„Les Illuminations“, das sind musikalische Bilder von höchster Expressivität. Der große Brite Britten vertonte 1939 französische Verse, solche des Arthur Rimbaud, gerichtet an Paul Verlaine. Neben persönlicher Betroffenheit spiegelt sich in dem Stück auch der Abgrund am Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Im Jahr 1800 schuf Beethoven mit seinem 3. Klavierkonzert ein Werk, welches gleichsam ein neues Jahrhundert des Instrumentalkonzerts einläutete. Mit Thomas Larcher sitzt eine der eigenwilligsten Künstler-Persönlichkeiten unserer Zeit dabei am Flügel.
Ivor Bolton bleibt auch nach der Pause in der „tragischen“ Tonart c-moll. Schubert hat seine 4. Symphonie, entstanden 1816, selbst als „Tragische“ bezeichnet. Doch „selige Augenblicke erheitern das düstere Leben …“ trug Schubert in dieser Zeit in sein Tagebuch ein. Er behandelte c-moll nicht schicksalsschwanger wie Beethoven, sondern eher zwischen Ernst und Heiterkeit schwankend wie Joseph Haydn.
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| antoine tamestit david afkham anton webern paul hindemith franz schubert |
viola dirigent fünf stücke für orchester op. 10 der schwanendreher (1935/36) symphonie nr. 3 d-dur d 200 |
Für Pierre Boulez sind es „mit die fehlerlosesten Musikstücke, die jemals geschrieben worden sind“. Hinter Anton Weberns Miniaturenkunst in seinem revolutionären op. 10 steckt allerdings tiefe Emotion, wie in einen Brennspiegel gefasst. Ganz anders, weit atmend und klassizistisch bestimmt, ist Paul Hindemiths neue Klangwelt aus den 30er-Jahren. Mit dem „Schwanendreher“ nach altdeutschen Volksweisen ist ihm eines der großen Bratschenkonzerte der Moderne gelungen – und ein Bekenntnis zur Menschlichkeit in dunkler Zeit. Antoine Tamestit, einer der führenden Bratscher der Gegenwart, musiziert an diesem Abend mit dem einer deutsch-iranischen Musikerfamilie entstammenden David Afkham, der im August 2010 erster Preisträger des „Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award“ wurde. Franz Schuberts „Dritte“ vereint, anachronistisch gesprochen, die Gegensätze dieses Programms in ihrer Mischung aus Ländler-Tonfall und konzentrierter, knapper Aussage.
Donnerstag um 19.30 uhr :: Stiftung Mozarteum, Großer Saal