
1993 entstand in Zusammenarbeit mit Orchestermitglied Stephan Ruhland ein erster Versuch einer Diskographie, verlegt vom Verein der Freunde des Mozarteumorchesters Salzburg. Damals wie heute sind primär nur jene Aufnahmen angeführt, für die nachweislich das Mozarteumorchester mit seinem Namen firmierte (ergänzt durch jene des Orchesters des Salzburger Dommusikvereins, das sich hauptsächlich aus Mitgliedern des Mozarteumorchesters zusammensetzt).
Erstaunlich ist, wie viele andere Veröffentlichungen mit Orchestern – vor allem im amerikanischen Raum – existier(t)en, die alle in ihrem Namen Salzburg enthalten. So etwa
Salzburg Pro Musica Orchestra,
Salzburg Residenz Orchestra,
Salzburg Radio Symphony Orchestra oder
Salzburg Symphony Orchestra.
Da in manchen Fällen eine genaue Zuweisung nicht möglich war, musste deswegen Interessantes leider unberücksichtigt bleiben. Als Beispiele seien genannt:
Brahms, Johannes
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98 Salzburg Radio Symphony Orchestra
Dir.: Rudolf Moralt
CMS Records (USA)
Humperdinck, Engelbert
Ausschnitte aus
Dornröschen
Die Königskinder
Hänsel und Gretel The Salzburg Pro Musica Orchestra
Dir.: Ferdinand Leitgeb
CMS Records (USA)
Kuhlau, Friedrich
Klavierkonzert C-Dur op. 7 Felicja Blumental, Klavier
Salzburg Symphony Orchestra
Dir.: Theodor Guschlbauer
turnabout Records (England)
Mozart, Wolfgang Amadé
Sinfonie g-Moll KV 550 The Mozarteum Philharmonic Orchestra
Dir.: Ephraim Goldmann
SAAR Milan (Italien)
Dabei handelt es sich um Aufnahmen, die wahrscheinlich mit dem Mozarteumorchester entstanden, zumal sich sogar noch einzelne ältere Ensemblemitglieder vage daran zu erinnern glauben.
Ein weiteres Problem, den Orchesternamen betreffend, wurde dadurch geschaffen, dass sich das Mozarteumorchester zwar von seiner früheren Zusammensetzung, die auch Lehrer und deren Schüler an der – damals Akademie – Mozarteum ins Musizieren mit einbezog, um ein reines Berufsensemble zu werden, andererseits aber den Namen nicht veränderte.
Die Arbeit wurde damals insofern erschwert, als sowohl in kommerziellen Schallplattenkatalogen wie auch in jenen von Bibliotheken immer wieder kein Unterschied zwischen dem Mozarteumorchester und der Camerata Academica gemacht wurde.
Daneben existieren immer noch Aufnahmen von möglicherweise fragwürdiger Herkunft, die in immer gleichbleibender und eindeutiger Weise das Mozarteumorchester Salzburg nennen. Aufgrund fehlender genauerer Angaben zu Aufnahmedatum / –ort und, weil diese nur auf Billig-Label im Ausland vertrieben wurden bzw. weil der Dirigent wahrscheinlich nur einen „ghost name“ trägt, können diese nicht in gleicher Weise als gesichert gelten wie die anderen dieser Aufstellung.
Horst Erwin Reischenböck
Foto: Christian Schneider